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bitcoin domain
bitcoin domain

Bitcoin Bundesverband unterstützt Community-Bewerbung für Bitcoin Domain

13 August, 2026 Posted by Jens Leinert BTCBV Intern

Bitcoin Bundesverband unterstützt Community-Bewerbung für die Top-Level-Domain .bitcoin

Wer künftig eine Internetadresse wie unternehmen.bitcoin oder projekt.bitcoin registrieren kann, könnte sich in den kommenden Jahren entscheiden. Im Rahmen der aktuellen Vergaberunde für neue Top-Level-Domains gibt es eine Community-Bewerbung für .bitcoin. Der Bitcoin Bundesverband unterstützt dieses Vorhaben mit einem offiziellen Schreiben.

Was ist eigentlich .bitcoin?

Internetadressen enden heute beispielsweise auf .de, .com, .org oder .berlin. Der Teil rechts vom letzten Punkt wird als Top-Level-Domain (TLD) bezeichnet.

Die für das globale Domain Name System zuständige Organisation ICANN – Internet Corporation for Assigned Names and Numbers – ermöglicht in ihrer aktuellen Bewerbungsrunde die Einrichtung weiterer sogenannter generischer Top-Level-Domains. Die Bewerbungsphase der „New gTLD Program: 2026 Round“ lief vom 30. April bis zum 12. August 2026. Es ist die erste entsprechende Bewerbungsrunde seit mehr als einem Jahrzehnt.

Eine solche neue Top-Level-Domain könnte auch .bitcoin sein.

Damit wären langfristig beispielsweise Internetadressen nach dem Muster

wallet.bitcoin
conference.bitcoin
company.bitcoin

denkbar.

Ob und unter welchen Voraussetzungen solche Domains tatsächlich registriert werden können, hängt allerdings davon ab, ob eine Bewerbung erfolgreich ist und welche Registrierungsregeln der spätere Betreiber der Registry festlegt.

Eine Top-Level-Domain ist mehr als nur eine Internetadresse

Die Frage, wer eine Top-Level-Domain betreibt, ist nicht ganz unerheblich. Der Registry-Betreiber legt innerhalb des von ICANN vorgegebenen Rahmens unter anderem fest, wer Domains unter dieser Endung registrieren darf und welche Regeln für die Vergabe gelten.

ICANN selbst beschreibt neue gTLDs deshalb als digitale Namensräume, die beispielsweise von Unternehmen, Städten, Branchen oder Communities genutzt werden können. Erfolgreiche Betreiber müssen dabei umfangreiche technische, organisatorische und vertragliche Anforderungen erfüllen.

Bei einer Bezeichnung wie .bitcoin stellt sich darüber hinaus eine grundsätzliche Frage:

Soll ein Begriff, der für ein dezentrales und offenes Netzwerk steht, als Internet-Namensraum allein nach wirtschaftlichen Interessen verwaltet werden – oder sollte die Bitcoin-Community bei seiner Ausgestaltung eine maßgebliche Rolle spielen?

Genau an diesem Punkt setzt das aktuelle Projekt an.

Community-Bewerbung für .bitcoin

Hinter der Bewerbung steht Wiz & Associates S.A. de C.V.. Das Vorhaben ist als sogenannte Community Application angelegt.

Community-Bewerbungen sind im ICANN-Verfahren eine besondere Kategorie. Sollte es mehrere Bewerber um dieselbe oder eine sehr ähnliche Top-Level-Domain geben, kann eine Community-Bewerbung unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen einer Community Priority Evaluation (CPE) Vorrang erhalten.

Dabei wird unter anderem geprüft,

  • ob eine tatsächlich bestehende und organisierte Community vorhanden ist,
  • wie eng die beantragte Bezeichnung mit dieser Community verbunden ist,
  • welche Regeln für die Registrierung vorgesehen sind und
  • wie stark die Bewerbung von relevanten Organisationen innerhalb der Community unterstützt wird.

Nach den aktuellen ICANN-Kriterien sind insgesamt 16 Punkte erreichbar; mindestens 12 Punkte sind erforderlich, um eine Community Priority Evaluation erfolgreich zu bestehen. Allein der Bereich „Community Endorsement“ kann dabei bis zu vier Punkte ausmachen. Unterstützungsschreiben relevanter Organisationen können deshalb Bestandteil der Bewertung sein.

Wichtig ist allerdings: Eine Community Priority Evaluation kommt nur dann zum Einsatz, wenn tatsächlich mehrere Bewerbungen miteinander in Konflikt stehen und der Community-Bewerber sich für dieses Verfahren entscheidet.

Wer steht hinter dem Projekt?

Wiz ist innerhalb der Bitcoin-Infrastruktur bereits seit Jahren aktiv. Unter anderem betreibt er einen Bitcoin DNS Seed. Solche DNS Seeds helfen neuen Bitcoin-Nodes dabei, andere Teilnehmer im Bitcoin-Netzwerk zu finden und eine erste Verbindung zum Peer-to-Peer-Netzwerk herzustellen. Der von Wiz betriebene Seed arbeitet nach der Bitcoin-DNS-Seed-Operator-Policy und stellt Informationen über erreichbare Bitcoin-Nodes bereit.

Darüber hinaus ist Wiz mit dem Open-Source-Projekt mempool.space verbunden, einem weit verbreiteten Bitcoin-Blockexplorer und Werkzeug zur Beobachtung des Mempools und der Bitcoin-Blockchain.

Diese bestehende Arbeit innerhalb der Bitcoin-Infrastruktur war auch ein Aspekt bei der Entscheidung des Bitcoin Bundesverbandes, die Bewerbung zu unterstützen.

Warum unterstützt der Bitcoin Bundesverband das Vorhaben?

Der Bitcoin Bundesverband hat der Bewerbung von Wiz & Associates mit einem offiziellen, vom Vorstand unterzeichneten Schreiben seine Unterstützung ausgesprochen.

Darin betont der Verband insbesondere, dass .bitcoin aus seiner Sicht nicht lediglich eine beliebige kommerzielle Domain-Endung ist. Bitcoin ist ein offenes Netzwerk und ein internationales Ökosystem aus Entwicklern, Unternehmen, Infrastrukturbetreibern, Anwendern und zahlreichen weiteren Akteuren.

Ein Namensraum, der unmittelbar den Namen Bitcoin trägt, sollte deshalb möglichst im Interesse dieser Community betrieben werden.

Der Verband verweist in seinem Schreiben außerdem auf seine eigene Rolle als Interessenvertretung von Bitcoin-Unternehmen und Bitcoin-Akteuren in Deutschland und macht deutlich, dass er die Unterstützung ausdrücklich aus Sicht der deutschen Bitcoin-Community ausspricht.

Besonders relevant ist für uns dabei, dass das vorgestellte Modell .bitcoin nicht als exklusiven Namensraum eines einzelnen Unternehmens versteht. Nach den Informationen, die dem Bitcoin Bundesverband für das Unterstützungsschreiben vorlagen, sind keine privilegierten Registrierungen für den Antragsteller vorgesehen. Die Registrierungsrichtlinien sollen vielmehr unter Beteiligung verschiedener Bereiche der Bitcoin-Community ausgestaltet werden.

Bitcoin gehört niemandem – und genau deshalb ist die Frage wichtig

Die Unterstützung einer .bitcoin-Top-Level-Domain darf nicht mit der Vorstellung verwechselt werden, jemand könne dadurch Bitcoin selbst kontrollieren.

Das Bitcoin-Netzwerk benötigt keine Domain und keine zentrale Namensverwaltung. Bitcoin funktioniert unabhängig von ICANN, DNS oder einem bestimmten Internetauftritt.

Gerade deshalb ist eine klare Trennung wichtig:

Bei .bitcoin geht es nicht um Kontrolle über Bitcoin. Es geht um die Verwaltung eines Namens innerhalb des klassischen Domain Name Systems des Internets.

Dieser Namensraum wird – sofern ICANN .bitcoin tatsächlich vergibt – zwangsläufig von einer Registry betrieben werden müssen. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob .bitcoin einen Betreiber haben soll, sondern unter welchen Bedingungen eine solche Domain betrieben wird und wie stark dabei die Interessen der Bitcoin-Community berücksichtigt werden.

Aus Sicht des Bitcoin Bundesverbandes ist ein Community-orientierter Ansatz dafür grundsätzlich die bessere Lösung als eine rein kommerzielle Nutzung des Begriffs.

Wie geht es weiter?

Die Bewerbungsphase der ICANN-Runde 2026 endete am 12. August 2026. Damit beginnt nun ein umfangreiches Prüf- und Bewertungsverfahren. ICANN veröffentlicht die öffentlichen Bestandteile der eingegangenen Bewerbungen erst im weiteren Verlauf des sogenannten Applicant Journey. Erst dann wird sich auch vollständig zeigen, welche weiteren Bewerbungen für einzelne Domain-Endungen vorliegen und ob es konkurrierende Anträge für .bitcoin gibt.

Der Bitcoin Bundesverband wird den weiteren Verlauf des Verfahrens beobachten.

Mit unserem Unterstützungsschreiben haben wir zunächst eines deutlich gemacht:

Wenn der Name Bitcoin künftig Teil des globalen Domain Name Systems wird, sollte die Bitcoin-Community bei der Ausgestaltung dieses Namensraums eine starke Stimme haben.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde von einem Mitglied bzw. Autor des Bitcoin Bundesverband verfasst und gibt dessen persönliche Einschätzung wieder. Er stellt nicht zwingend die offizielle Position des Bitcoin Bundesverband dar.

Jens Leinert

About Jens Leinert

Jens Leinert ist Vorstand des Bitcoin Bundesverbands und engagiert sich dort im Ausschuss für Bitcoin-Zahlungen sowie im Marketingausschuss. Sein Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Bitcoin als Zahlungsmittel. Beruflich berät er Unternehmen und Coinsnap bei der Einführung und Akzeptanz von Bitcoin-Zahlungen.

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